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Notizen aus Prag

Der linke Prager Ufer an einem Tag – Hradčany, Kleinseite, Kampa und Petřín

Ein reportagehafter Rundgang am linken Ufer der Moldau: Prager Burg, Nový Svět, Loreto, Strahov, Petřín, Kleinseite und Kampa. Eine Route ohne Mix mit dem rechten Ufer.

Das linke Prager Ufer an einem Tag – die Stadt von oben betrachtet

Das linke Ufer der Moldau erwacht von oben. Zuerst trifft das Licht die Türme des Veitsdoms, dann sinkt es über die Dächer von Hradčany, streift die Gärten unterhalb der Burg und erreicht erst am Ende Kampa. Vom rechten Ufer aus wirkt Prag eine ebene Stadt, die sich um einen Marktplatz gruppiert. Hier zeigt sie sich als eine Stadt der Vertikalen. Man muss hinaufsteigen, hinabsteigen, auf den Treppen innehalten und sich immer wieder umdrehen, um den Blick zurückzuwerfen.

Dieser Tag führt nicht über den Altstädter Ring, den Josefstadt oder den Wenzelsplatz. All diese Orte liegen auf der anderen Flussseite. Das linke Prager Ufer umfasst Hradčany, Strahov, Petřín, Kleinseite und Kampa – Viertel der Paläste, Gärten, Klöster und Straßen, in denen sich die Stille überraschend nah am touristischen Zentrum einstellt.

Die Route im Überblick

Pohořelec → Strahov → Loreto → Nový Svět → Prager Burg → Gärten unter der Burg → Kleinseite → Kampa → Uferpromenade am Karlsbrücke

Für diese Strecke sollte man 7 bis 9 Stunden einplanen. Es gibt einige Abstiege und Anstiege, aber die Richtung ist so gewählt, dass der längste Abschnitt bergab führt. Die Innenräume der Prager Burg können den Spaziergang um zwei oder drei Stunden verlängern.

1. Pohořelec: Beginnen dort, wo die Stadt noch nicht lärmt

Die Straßenbahn entlässt die Fahrgäste am Pohořelec fast am Rand der historischen Prager Altstadt. Es gibt keinen spektakulären Eingang. Es gibt ein paar Bürgerhäuser, den Geruch von Morgenkaffee und eine Straße, die sanft in Richtung des Klosters auf Strahov führt.

Dies ist ein guter Ausgangspunkt, denn er zeigt Hradčany ohne monumentale Dekoration. Bevor die Paläste und Tore der Burg erscheinen, sieht man ein gewöhnliches Viertel, in dem jemand einen Laden öffnet, jemand den Hund ausführt und ein Lieferwagen kaum zwischen den Fassaden Platz findet.

Notizbuch des Reiseführers
Beginnen Sie das linke Ufer nicht an der Karlsbrücke. Wenn Sie den Aufstieg vom Hügel starten, werden Sie den Großteil des Tages bergab gehen, anstatt mit der Menschenmenge bergauf zu steigen.

2. Strahov: Bibliothek, Kloster und ein Blick, der Prag ordnet

Das Strahov-Kloster entstand im 12. Jahrhundert. Das heutige Erscheinungsbild des Komplexes ist das Ergebnis späterer Umbauten, doch seine Rolle blieb dieselbe: Es sollte ein vom städtischen Trubel abgelegener Ort sein, der gleichzeitig der Macht nah genug liegt.

Am bekanntesten sind die historischen Bibliothekssäle – der Theologische und der Philosophische Saal. Man muss jedoch nicht hineingehen, um den Charakter von Strahov zu verstehen. Es genügt, durch die Höfe zu gehen und sich auf der Aussichtsterrasse niederzulassen. Von hier aus ordnet sich Prag wie eine Karte: Die Türme der Altstadt liegen auf der anderen Seite der Moldau, Petřín zieht sich nach Süden, und darunter liegt Kleinseite.

Dies ist der erste Moment des Tages, in dem der Fluss zu einer wirklich sichtbaren Grenze wird. Alles, was weiter besichtigt wird, bleibt auf derselben, linken Seite.

3. Loreto und der Platz, an dem die Zeit anders fließt

Ein paar Minuten weiter steht das Loreto – ein barocker Pilgerkomplex mit charakteristischer Fassade und Glockenspiel. Seine Geschichte beginnt im 17. Jahrhundert, als in katholischen Europa Kopien des Heiligen Hauses aus dem italienischen Loreto errichtet wurden. Die Prager Stiftung hatte eine religiöse Bedeutung, war aber auch eine Demonstration der Kraft der Gegenreformation nach der Niederlage des böhmischen Ständeaufstands.

Auf dem Platz vor dem Loreto lässt der Verkehr plötzlich nach. Touristen fotografieren die Fassade, und die meisten gehen schnell weiter in Richtung Burg. Es lohnt sich, länger zu bleiben. Auf der gegenüberliegenden Seite erstreckt sich das Czernin-Palais – riesig, fast roh, heute mit dem tschechischen Außenministerium verbunden.

4. Nový Svět: Einige Straßen, die der großen Kulisse entkamen

Nový Svét, also die Neue Welt, klingt wie der Name einer Kolonie jenseits des Ozeans. In Wirklichkeit ist es ein kleines Labyrinth von Gassen hinter dem Loreto. Die Häuser sind niedrig, die Fenster klein, und die Namen der Bürgerhäuser erinnern an Zeiten, als die Adresse ein Zeichen über dem Eingang war, keine Nummer.

Dieser Teil von Hradčany war unter anderem von Handwerkern und Menschen bewohnt, die für die Burg arbeiteten. Heute gehört er zu den stimmungsvollsten Fragmenten der historischen Innenstadt, bleibt aber dennoch ruhig. Man muss nicht nach einer einzigen „wichtigsten Attraktion“ suchen. Der ganze Sinn liegt im Tempo: langsamer gehen, MetallDetails an den Türen sehen, in kurze Durchgänge blicken, die Schritte auf dem Pflaster hören.

Genau auf solchen Abschnitten wirkt ein Spaziergang mit einem Führer gut. Während der Tour Königliches Prag – Hradčany und Prager Burg endet die Geschichte des Viertels nicht an der Kathedrale und den Palästen; sie führt auch durch Orte, die ohne Erzählung nur wie schöne Gassen aussehen.

5. Prager Burg: Nicht ein Gebäude, sondern mehrere Epochen

Am besten betritt man die Burg von der Seite von Hradčany. Dann enthüllt sich der Komplex schrittweise. Zuerst die Tore und Höfe, dann das plötzliche Erscheinen des Veitsdoms – so nah, dass man ihn kaum mit einem Blick erfassen kann.

Die Prager Burg entwickelte sich ab dem 9. Jahrhundert. Sie war Sitz der böhmischen Herzöge und Könige, der Kaiser des Heiligen Römischen Reiches und ist heute mit dem Amt des tschechischen Präsidenten verbunden. Daher gibt es kein einzelnes „Baudatum“. Jeder Hof und jeder Trakt ist Teil einer anderen Epoche.

Wenn man nur eine Stunde hat, geht man durch die kostenlosen Höfe, sieht die Kathedrale von außen und bleibt beim Blick auf die Stadt stehen. Wenn man den Königlichen Alten Palast, die Jerusalemer Basilika und die Goldene Gasse betreten möchte, sollte man einen separaten Block einplanen. In dieser Variante ist die Tour Prager Burg – Innenräume mit polnischem Führer hilfreich, denn die einzelnen Gebäude verwandeln sich ohne Kontext leicht in eine Reihe von Sälen und Daten.

Veitsdom

Der Bau der gotischen Kathedrale begann 1344, zur Zeit Karls IV. Die Arbeiten zogen sich über Jahrhunderte hin, und die Kirche wurde erst im 20. Jahrhundert fertiggestellt. Im Inneren befinden sich unter anderem die Wenzelskapelle und die königlichen Gräber. Dies ist nicht nur eine Kirche, sondern ein Archiv der böhmischen Staatlichkeit, geschrieben in Stein, Glasfenstern und Zeremonien.

6. Der Abstieg nach Kleinseite: Die Stadt ändert ihre Maßstäbe

Von der Burg kann man die Nerudova-Straße hinabsteigen. Ihre Bürgerhäuser tragen alte Wappen: unter drei Geigen, unter dem goldenen Kelch, unter zwei Sonnen. Bevor die Nummern eingeführt wurden, halfen solche Zeichen, das richtige Haus zu finden.

Die Nerudova kann überlaufen sein, hat aber einen großen Vorteil: Sie ermöglicht es zu beobachten, wie das repräsentative Hradčany in das bürgerliche Kleinseite übergeht. Die Fassaden sind weiterhin barock, aber die Straße wird schmaler, geschäftiger und alltäglicher.

7. Kleinseite: Barock ohne Eile

Der zentrale Punkt des Viertels ist der Kleinseitner Ring und der Nikolauskirche. Ihre Kuppel gehört zu den wichtigsten Elementen der Prager Skyline. Im Inneren kennt der Barock kein Maß: Fresken, Vergoldungen und illusionistische Architektur sollen die Emotionen ansprechen, nicht die kühle Vernunft.

Aber Kleinseite zeigt sich am besten in den Seitengassen. Es lohnt sich, von der Hauptachse abzuweichen, durch ruhigere Gassen zu gehen und in den Wallenstein-Garten zu blicken, wenn er geöffnet ist. Der Palast und der Garten entstanden im 17. Jahrhundert für Albrecht von Wallenstein – einen Befehlshaber, dessen Ambitionen fast so groß waren wie die Größe der Residenz.

8. Kampa: Eine Insel, die sich nie von der Stadt abwendet

Kampa liegt zwischen dem Hauptarm der Moldau und dem Kanal Čertovka. Sie wird als Insel bezeichnet, obwohl Spaziergänger oft den Moment nicht bemerken, in dem sie tatsächlich darauf treten. Hier gibt es einen Park, alte Mühlen, moderne Skulpturen und einen Blick auf das rechte Ufer.

Dies ist der richtige Ort, um den Tag ausklingen zu lassen. Nach vielen Palästen und Kirchen erscheinen Gras, Wasser und mehr Raum. Unter der Karlsbrücke strömt weiterhin ein Strom von Menschen, doch wenige Dutzend Meter weiter hört man hauptsächlich den Fluss.

Wenn man den Spaziergang mit einem Blick auf die Stadt von der Wasseroberfläche abschließen möchte, kann man die Besichtigung mit einer Moldau-Fahrt kombinieren. Vom Deck aus ist die Beziehung zwischen dem linken Ufer – dem Burgberg und Kleinseite – und dem rechten Ufer der Altstadt am besten zu erkennen.

Petřín: Alternative zur Burg oder für einen längeren Tag

Auch Petřín liegt am linken Ufer. Fügen Sie es jedoch nicht mechanisch zu jedem Plan hinzu. Der Hügel, die Gärten, der Aussichtsturm und das Labyrinth der Spiegel können einen halben Tag in Anspruch nehmen. Bei einem ersten Besuch ist es besser, sich zu entscheiden: detaillierte Innenräume der Burg oder ein ruhiger Petřín.

Familien mit Kindern wählen oft Petřín, während geschichtsinteressierte Personen mehr aus der Burg mitnehmen. An einem sonnigen Abend sind die Gärten am Hang einer der besten Orte, um zu beobachten, wie sich die Lichter auf beiden Seiten der Moldau entzünden.

Das linke Prager Ufer – die häufigsten Fragen

Was befindet sich am linken Ufer der Moldau in Prag?

Vor allem Hradčany mit der Prager Burg, Strahov, Petřín, Kleinseite und Kampa. Der Altstädter Ring, der Josefstadt, der Wenzelsplatz und der Großteil der Neustadt liegen am rechten Ufer.

Gehört die Karlsbrücke zum linken oder rechten Ufer?

Die Brücke verbindet beide Ufer. Ihr westliches Ende führt auf Kleinseite, das östliche auf die Altstadt.

Wie viel Zeit braucht man für das linke Prager Ufer?

Für die Basisroute ohne vollständige Innenbesichtigung reichen 7 bis 9 Stunden. Mit den Innenräumen der Prager Burg oder Petřín sollte man den ganzen Tag einplanen und einige Punkte auslassen.

Quellen

  • Prager Burg: https://www.hrad.cz/
  • Prague City Tourism – Hradčany und Kleinseite: https://prague.eu/
  • Strahov-Kloster: https://www.strahovskyklaster.cz/
  • Loreto: https://www.loreta.cz/
  • Öffentliche Verkehrsmittel: https://www.dpp.cz/

Öffnungszeiten, Preise und Eintrittsbedingungen können sich ändern. Prüfen Sie vor dem Besuch die aktuellen Informationen auf den Webseiten der Einrichtungen.