Anreise aus Polen nach Prag – eine Reise, die schon vor der Ankunft beginnt
Prag gehört zu den Städten, die sich aus Polen vergleichsweise leicht erreichen lassen. Die Entfernung zwischen der tschechischen Hauptstadt und den größten polnischen Städten beträgt in der Regel zwischen 250 und 700 Kilometer, weshalb die Wahl des Verkehrsmittels oft eher eine Frage der persönlichen Vorlieben und des Reisestils ist.
Für die einen ist die Zeit der entscheidende Faktor, für andere der Preis, und wieder andere suchen vor allem nach Komfort. In der Praxis werden meist drei Optionen gewählt: Zug, Flugzeug oder Auto. Jede von ihnen führt zum selben Ziel – einer Stadt voller gotischer Türme, barocker Paläste und Straßen, die über Jahrhunderte hinweg kaum verändert wurden.
Interessanterweise beeinflusst die Art der Anreise oft auch die Art des Besuchs. Touristen, die mit dem Zug oder Flugzeug anreisen, finden sich schneller im Stadtzentrum zurecht und buchen häufiger eine Stadtführung in Prag, während Autofahrer sich zunächst mit dem Parken und dem Verkehr in der historischen Innenstadt auseinandersetzen müssen.
Die Zugreise nach Prag – der bequemste Weg ins Zentrum
Die Bahnreise ist für viele Reisende die natürlichste Art, die tschechische Hauptstadt zu erreichen. Die internationalen Züge fahren am Bahnhof Praha hlavní nádraží ein, der sich praktisch im Herzen der Stadt befindet. Vom Hauptbahnhof aus ist der Altstädter Ring (Staroměstské náměstí) in etwa fünfzehn Minuten zu Fuß erreichbar.
Auf der Strecke Polen–Prag verkehren mehrere bekannte EuroCity-Züge, die Polen mit Tschechien und weiter mit Österreich verbinden. Zu den bekanntesten gehören:
- EC Sobieski – verkehrt auf der Strecke Gdynia – Gdańsk – Bydgoszcz – Posen – Breslau – Prag – Wien
- EC Silesia – verbindet Warschau mit Prag über Katowice und Ostrava
- EC Porta Moravica – fährt von Przemyśl über Krakau und Katowice nach Prag und weiter nach Österreich
In den letzten Jahren ist mit dem Baltic Express eine neue Verbindung entstanden, die Prag mit Nordpolen über Breslau, Posen, Bydgoszcz und Gdańsk verbindet. Dank dessen ist die Reise an die Weichsel von der Ostküste aus deutlich einfacher geworden.
Auf denselben Strecken verkehren auch private Anbieter wie RegioJet und Leo Express. Deren Züge bieten oft moderne Wagen, WLAN, bequeme Sitze und Bordservice.
Die Fahrzeit hängt natürlich vom Abfahrtsort ab:
| Stadt | Fahrzeit | |------|--------------| | Breslau | ca. 4 h | | Posen | ca. 5–6 h | | Krakau | ca. 6 h | | Warschau | ca. 7–8 h | | Gdańsk | ca. 9–10 h |
Ein großer Vorteil der Bahn ist, dass die Reise direkt im Stadtzentrum endet. Man muss sich keine Gedanken um den Transfer vom Flughafen oder um Parkplätze machen.
Flüge von Polen nach Prag – die schnellste Reise
Immer mehr Menschen entscheiden sich für das Flugzeug als Mittel der Wahl, um die tschechische Hauptstadt zu erreichen. Die Flüge werden unter anderem von folgenden Airlines bedient:
- Ryanair
- LOT Polish Airlines
- Lufthansa
Die Maschinen landen am Flughafen Václav Havel Airport Prague, der sich etwa zehn Kilometer vom Stadtzentrum entfernt befindet.
Ein Flug von Polen dauert in der Regel etwa eine Stunde. Von Gdańsk oder Posen dauert die Reise etwa 60–70 Minuten, von Breslau kaum länger. Bei einem guten Angebot kann ein Flugticket günstiger sein als die Zugfahrt.
Man sollte jedoch bedenken, dass die Anfahrt zum Flughafen, die Sicherheitskontrolle und der Transport vom Flughafen ins Zentrum noch hinzukommen. In der Praxis beträgt die Gesamtreisezeit meist etwa drei Stunden.
Mit dem Auto nach Prag – ist das eine gute Idee?
Auf den ersten Blick scheint die Autofahrt die einfachste Option zu sein. Von Breslau aus braucht man etwa vier Stunden nach Prag, von Katowice ähnlich lange, und von Warschau sechs oder sieben Stunden.
Doch das Problem beginnt erst nach der Ankunft in der Stadt.
Prag verfügt über ein sehr ausgefeiltes System von Parkzonen. In vielen Stadtvierteln ist das Parken nur für Anwohner bestimmt, und die öffentlichen Parkplätze sind begrenzt. In der Innenstadt kann es schwierig sein, einen Parkplatz zu finden, und die Preise können mehrere Dutzend Kronen pro Stunde betragen.
Hinzu kommt der Verkehr in den engen Gassen der Altstadt sowie zahlreiche verkehrsberuhigte Zonen. Aus diesem Grund lassen viele Touristen ihr Auto auf P+R-Parkplätzen an U-Bahn-Stationen stehen und nutzen anschließend den öffentlichen Nahverkehr.
Warum ein Auto in Prag eigentlich überflüssig ist
Prag verfügt über eines der am besten entwickelten öffentlichen Verkehrssysteme Mitteleuropas. U-Bahn, Straßenbahnen und Busse bilden ein dichtes Netz, das die gesamte Stadt abdeckt.
Die Straßenbahnen fahren sehr häufig und erreichen die meisten wichtigen Touristenattraktionen. Die U-Bahn besteht aus drei Linien und ermöglicht ein schnelles Hin- und Herfahren zwischen den Hauptvierteln.
Darüber hinaus befinden sich die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in unmittelbarer Nähe zueiner. Die Altstadt, die Karlsbrücke (Karlův most), die Prager Burg (Pražský hrad) und das Jüdische Viertel (Josefov) sind alle zu Fuß erreichbar.
Deshalb ist es am besten, die Besichtigung Prags zu Fuß zu beginnen.
Prag besichtigen – warum eine Stadtführung mit Guide lohnenswert ist
Für viele Menschen ist die erste Begegnung mit Prag intensiv. Auf relativ kleinem Raum befinden sich eine enorme Anzahl von Sehenswürdigkeiten: gotische Kirchen, barocke Paläste, mittelalterliche Straßen und Brücken.
Ein Spaziergang mit einem lokalen Guide ermöglicht es, weit mehr zu sehen als nur die bekanntesten Attraktionen. Ein guter Guide kann Orte zeigen, die von Touristen oft übersehen werden.
Während der Besichtigung kann man die Geschichte solcher Orte kennenlernen:
- Karlsbrücke (Karlův most)
- Prager Burg (Pražský hrad)
- Altstädter Ring (Staroměstské náměstí)
- Jüdisches Viertel (Josefov)
- Kleinseite (Malá Strana)
- Hradschin (Hradčany)
Viele Reisende entscheiden sich für intime Fußtouren, die es in ruhigem Tempo ermöglichen, die Geschichte der Stadt und ihre Legenden zu entdecken.
Prag mit polnischem Guide besichtigen
Für Touristen aus Polen ist es eine große Erleichterung, die Stadt auf Polnisch besichtigen zu können. So lässt sich der historische und kulturelle Kontext der besuchten Orte leichter verstehen.
Ein polnischer Guide in Prag kann nicht nur über die Geschichte der Stadt erzählen, sondern auch bei der Planung der Route helfen, Restaurants empfehlen oder weniger bekannte Orte aufzeigen.
Am häufigsten werden Touren gewählt, die folgende Bereiche umfassen:
- Altstadt und Karlsbrücke (Karlův most)
- Prager Burg (Pražský hrad) und Hradschin (Hradčany)
- Kleinseite (Malá Strana)
- Jüdisches Viertel (Josefov)
Solche Touren ermöglichen es, in wenigen Stunden die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt zu sehen und gleichzeitig ihre Geschichte auf eine deutlich interessantere Weise kennenzulernen als bei einer selbstständigen Besichtigung.
Die Reise nach Prag als Anfang eines Abenteuers
Egal, ob wir mit dem Zug anreisen, mit dem Flugzeug fliegen oder mit dem Auto kommen – der Moment des ersten Spaziergangs durch die Stadt ist immer etwas Besonderes.
Die roten Dächer, das Geräusch der Straßenbahnen und der Anblick der Karlsbrücke (Karlův most) über die Moldau (Vltava) lassen viele Reisende bereits beim ersten Besuch in diese Stadt verliebt sein.
Und der beste Weg, Prag wirklich kennenzulernen, ist einfach, sich auf einen Spaziergang zu begeben – am besten mit jemandem, der ihre Geschichte, ihre Legenden und ihre verborgenen Orte kennt.