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# Rechte Prager Ufer an einem Tag – Altstadt, Josefstadt und Neustadt

> Ein reportagehafter Rundgang durch das rechte Ufer der Moldau: Altstadt, Josefstadt, Altstädter Ring, Passagen der Neustadt und die Flusspromenade.

- Veröffentlicht: 7. Dezember 2025
- Aktualisiert: 5. August 2026
- Reading time: 8 Min. Lesezeit

Rechtes Prager Ufer an einem Tag – die Stadt der Uhren, Passagen und alten Grenzen Das rechte Ufer blickt nicht von oben auf Prag. Es zieht den Menschen zwischen die Häuserzeilen. Hier liegen die wichtigsten Geschichten nicht auf einem einzigen Hügel, sondern überlagern sich: die mittelalterlichen Gassen der Altstadt, das jüdische Erbe des Josefstadts, die weite Anlage der Neustadt und die Uferstraßen, an denen sich die Moderne gelernt hat, neben den gotischen Türmen zu leben. Dieser Plan führt nicht zur Prager Burg, nach Hradčany, auf den Petřín, nach Kampa oder über die Kleinseite. Das sind Attraktionen des linken Ufers. Das rechte Prager Ufer beginnt am östlichen Turm der Karlsbrücke (Karlův most) und umfasst unter anderem die Altstadt, das Josefstadt, die Neustadt, den Wyschehrad sowie die östlichen Ufer der Moldau. Die Route im Überblick Pulverturm → Rathaus → Ungelt → Altstädter Ring → Josefstadt → Rudolfinum → Klementinum → Umgebung der Nationalstraße → Passagen der Neustadt → Wenzelsplatz → Uferpromenade Das sind 7–9 Stunden ruhigen Erkundens. Wenn du einen Besuch in den Synagogen, dem Klementinum oder den Museen planst, wähle höchstens einen größeren Innenraum aus. 1. Pulverturm: das alte Stadttor Der Pulverturm steht heute an einer belebten Kreuzung. Autos und Straßenbahnen lassen ihn leicht wie ein effektvolles Dekorelement wirken. Doch über Jahrhunderte markierte er einen der wichtigen Eingänge zur Altstadt. Im 15. Jahrhundert wurde er an der Stelle eines älteren Tores errichtet, und der spätere Name bezog sich auf das darin gelagerte Schießpulver. Von hier aus startete die Königsstraße, die durch die Altstadt, über die Karlsbrücke und die Kleinseite zur Burg führte. Heute gehen wir nur ihren rechtsufrigen Abschnitt. Neben dem Turm steht das Rathaus, ein jugendstilmanifest der tschechischen Ambitionen zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Der Kontrast ist fast theatralisch: der dunkle gotische Turm und die helle, dekorative Fassade des Gebäudes, in dem 1918 die Unabhängigkeit der Tschechoslowakei ausgerufen wurde. 2. Celetná und Ungelt: Handel, der die Altstadt aufbaute Die Straße Celetná führt in Richtung des Marktplatzes. Ihr Name bezieht sich auf das hier gebackene Brot. Heute sind die Schaufenster auf Touristen ausgerichtet, aber die Straße hat die Logik des alten Handelswegs bewahrt. Vor dem Marktplatz lohnt sich ein Abstecher in den Ungelt, auch als Týnský dvůr bekannt. Im Mittelalter blieben hier auswärtige Kaufleute stehen, zahlten Gebühren und lagerten ihre Waren. Dies ist einer der Orte, der daran erinnert, dass Prag nicht nur aus königlicher Politik, sondern auch aus Handel erwuchs. 3. Altstädter Ring: ein Platz, der Markt, Bühne und Gericht war Man tritt plötzlich auf den Ring. Nach den engen Gassen öffnet sich der Raum so weit, dass der Blick für einen Moment nicht weiß, wo er verweilen soll. Der Teyn Kirche, der Rathausturm, der barocke Nikolaus, die Fassaden der Häuser – jedes Element versucht, seine eigene Geschichte zu erzählen. Der Ring war von Anfang an keine Postkarte. Er war Ort des Austauschs, der Versammlungen und der öffentlichen Strafen. 1621 wurden hier 27 Anführer des böhmischen Ständeaufstands hingerichtet. Weiße Kreuze am Rathaus erinnern diskret, fast auf Bodenhöhe, an die Hinrichtung. Der Orloj ohne die Legende des geblendeten Meisters Die Prager Astronomische Uhr funktioniert seit Anfang des 15. Jahrhunderts, wurde jedoch mehrfach repariert und umgebaut. Sie zeigt verschiedene Arten der Zeitmessung sowie die Position der Himmelskörper. Die populäre Geschichte vom geblendeten Uhrmacher Hanuš ist eine Legende, kein belegter historischer Fakt. Wenn es dein erster Besuch ist, lässt sich auf dem rechten Ufer am einfachsten die Grundgeschichte der Stadt im Kopf zusammenfügen. Die Route Prag in Kürze führt durch die wichtigsten Orte der Altstadt, zeigt aber statt einer Liste von Fassaden, wie verschiedene Epochen die Funktion von Straßen und Plätzen veränderten. 4. Josefstadt: ein Viertel, dessen meisten Straßen nicht mehr existieren Vom Ring zum Josefstadt geht es nur wenige Minuten. Die heutigen breiten Alleen und eleganten Häuser können täuschen. Die alte jüdische Stadt war dicht, eng und deutlich ärmer. Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert wurde der Großteil der Bebauung während einer großen sanitären Umgestaltung abgerissen. Erhalten blieben die wichtigsten Synagogen, der Alte Jüdische Friedhof und das Rathaus. Sie bilden kein Freilichtmuseum; sie sind Fragmente einer Welt, deren städtische Struktur verschwunden ist. Die älteste aktive Synagoge Mitteleuropas, die Staronowa, entstand im 13. Jahrhundert. Mit ihrem Dachboden verbindet sich die Legende vom Golem. Es lohnt sich jedoch, die Erzählung von der Geschichte zu trennen: Die Legende ist ein wichtiger Teil der Prager Kultur, aber kein Beweis für ein Ereignis. Notizbuch des Reiseführers Das Josefstadt lässt sich nicht in fünfzehn Minuten gut kennenlernen. Wenn du die Synagogenanlage und den Friedhof besuchst, plane mindestens zwei Stunden ein. Den abendlichen Charakter des Viertels zeigt der Spaziergang Prag im Schatten der Legenden . Erwähnungen von Golem, Alchemisten oder Geistern werden dort als städtisches Gedächtnis und Folklor erzählt, nicht als Ersatz für Fakten. 5. Rudolfinum und Uferpromenade: das repräsentative Prag Vom Josefstadt aus lohnt es sich, zum Ufer der Moldau beim Rudolfinum zu gehen. Das neorenaissance Gebäude aus dem späten 19. Jahrhundert ist Sitz der Tschechischen Philharmonie. Vor dem Gebäude öffnet sich der Blick auf das linke Ufer: die Prager Burg und die Kleinseite. Dies ist ein guter Moment, um zu sehen, wie unterschiedlich die beiden Seiten der Stadt sind. Das rechte Ufer ist städtisch und kompakt; das linke steigt terrassenförmig zur Burg hinauf. 6. Klementinum: Wissenschaft, Religion und Blick über die Dächer Der weitläufige Komplex des Klementinums nimmt einen großen Teil der Altstadt ein. Über Jahrhunderte war er mit den Jesuiten, der Bildung und der Astronomie verbunden. Heute beherbergt er unter anderem die Nationalbibliothek. Der touristische Weg führt durch ausgewählte Innenräume und den astronomischen Turm, doch Zugang und Öffnungszeiten sollten vorher geprüft werden. Selbst ohne einen Eintritt lohnt sich ein Spaziergang durch die Höfe. Sie sind ruhiger als die Karlsstraße (Karlova) – die Straße zur Karlsbrücke – und zeigen, wie große Institutionen ganze Blöcke alter Bebauung einnahmen. 7. Vom Nationaltheater zu den Passagen Nach Süden und Osten fließend, geht die Altstadt in die Neustadt über. Der Name ist irreführend: Die Neustadt gründete Karl IV. im Jahr 1348. Sie war „neu“ im Vergleich zu den älteren Siedlungskernen Prags, aber heute selbst fast sieben Jahrhunderte alt. Das Nationaltheater entstand im 19. Jahrhundert als Symbol der tschechischen nationalen Wiederbelebung. In der Nähe beginnt die Welt der Passagen: Lucerna, Rokoko, Světozor und weitere Durchgänge bilden ein alternatives Netz der Stadt. Statt auf dem Bürgersteig zu gehen, kann man für einige Blocks unter Dächern zwischen Cafés, Kinos, Geschäften und Innenhöfen wandern. Das ist das moderne Prag – nicht das königliche, sondern das bürgerliche. Seine Helden sind Architekten, Unternehmer, Schauspieler und Menschen, die im 20. Jahrhundert lernten, in einer vertikalen Stadt zu leben: die Straße unten, der Handel in der Passage, die Büros oben, das Kino im Inneren des Gebäudes. 8. Wenzelsplatz: mehr Boulevard als Platz Der Wenzelsplatz hat die Form einer langen Allee. Früher war er ein Pferdemarkt, später wurde er zum Ort von Demonstrationen und politischen Wendepunkten. Hier versammelten sich im November 1989 die Menschenmengen während der Samtenen Revolution. Oben steht das Gebäude des Nationalmuseums und die Statue des Heiligen Wenzel. Unten zerfließt der Platz in ein Netz von Einkaufsstraßen. Er ist nicht der schönste Ort Prags, aber einer der wichtigsten Orte des öffentlichen tschechischen Gedächtnisses. 9. Abend am rechten Ufer Den Tag kann man auf der Náplavka – der rechtsufrigen Uferpromenade südlich des Zentrums – ausklingen lassen oder zurück in die Gegend der Karlsbrücke gehen. Der Fluss wirkt nach Einbruch der Dunkelheit wie eine Leinwand: Er reflektiert die Lichter des linken Ufers, während die Straßen der Alten und Neuen Stadt hinter einem liegen. Eine Alternative ist ein Spaziergang im Zentrum kombiniert mit einer Schifffahrt . Die Schifffahrt ersetzt nicht das Besichtigen, aber nach einem ganzen Tag ermöglicht sie es, beide Ufer gleichzeitig zu sehen und zu verstehen, warum sich Prag an beiden Seiten des Flusses so unterschiedlich entwickelte. Das rechte Prager Ufer – die häufigsten Fragen Welche Viertel liegen am rechten Ufer der Moldau? Im historischen Zentrum sind dies vor allem die Altstadt, das Josefstadt und die Neustadt. Weiter östlich befinden sich unter anderem Karlín, Žižkov und Vinohrady. Auch der Wyschehrad liegt auf der rechten Flussseite. Liegt die Prager Burg am rechten Ufer? Nein. Die Prager Burg, Hradčany, die Kleinseite, Kampa und der Petřín liegen am linken Ufer der Moldau. Lässt sich das rechte Ufer an einem Tag besichtigen? Ja, wenn du dich auf die Altstadt, das Josefstadt und einen Teil der Neustadt konzentrierst. Eine detaillierte Besichtigung der Synagogen, Museen und Türme erfordert einen weiteren Tag. Quellen Prague City Tourism: https://prague.eu/ Jüdisches Museum Prag: https://www.jewishmuseum.cz/ Altstädter Rathaus und Orloj: https://prague.eu/ Klementinum: https://www.klementinum.com/ Nationalmuseum: https://www.nm.cz/ Öffnungszeiten und Ticketpreise können sich ändern. Prüfe die Informationen vor dem Besuch direkt auf den Webseiten der Einrichtungen.

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